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Außendarstellung für Ärzte und Apotheker

 

Im Bereich der Heilberufe wird verstärkt auf Werbemaßnahmen geschaut. Für Ärzte ist in der Berufsordnung die Plicht normiert, berufswidrige Werbung zu unterlassen. Ein solches Verbot ist durch Gründe des Gemeinwohls gerechtfertigt und nach der Rechtsprechung nicht unverhältnismäßig, da zumindest eine sachliche Information der Öffentlichkeit erlaubt ist.

Auch Apotheker sind in der Werbung eingeschränkt, um insbesondere einem Missbrauch durch Arzneimittel in der Bevölkerung entgegen zu wirken und ein Vertrauen der Bevölkerung in das Apothekenwesen aufrecht zu halten.

Maßnahmen eines Arztes zur Außendarstellung, die nach Inhalt und Form sachlich informieren, erzeugen oft auch eine gewisse Werbewirkung. Diese Werbewirkung kann mit der Anbringung eines Praxisschildes beginnen und beinhaltet Außendarstellung über Broschüren und Informationsblätter. Auch Informationsveranstaltungen oder das Führen von Interviews durch Mediziner kann an die erlaubten Grenzen das Sachlichkeitsgebotes kommen.

Apotheker sind berufsrechtlich nicht an dieses ärztliche Sachlichkeitsgebot bei der Außendarstellung gebunden. Entsprechend sind beispielsweise Dekorationsmaßnahmen erlaubt, die bei Ärzten so nicht möglich wären. Gleichwohl können hier nicht in jedem Maße Werbemaßnahmen durchgeführt werden. Speziell bei Apothekern kann im Einzelfall bei Werbemaßnahmen die Unterscheidung nach Produkten vorgenommen werden. Es kann gegebenenfalls ein anderer gesetzlicher Rahmen für verschreibungspflichtige und nicht verschreibungspflichtige Medikamente auf der einen Seite und Produkte des Randsortimentes gelten. Mittlerweile hat sich eine Vielzahl von Gerichtsentscheidungen zu Beigaben, Bonusverfahren, Rabattaktionen herausgebildet.

Oft geht es einher, dass die Missachtung einer berufsrechtlichen Vorgabe gleichzeitig als ein Wettbewerbsverstoß zu bewerten ist.

Neben berufsrechtlichen Verfahren kann es zu zivilrechtlichen Verfahren nach dem Wettbewerbsrecht kommen. Ärzten und Apothekern kann also nur empfohlen werden, Maßnahmen zur Außendarstellung sowohl aus berufsrechtlicher als auch aus wettbewerbsrechtlicher Sichtweise zu prüfen. Oft macht es in einem ersten Schritt Sinn, eine geplante Maßnahme vorab mit der jeweiligen Berufskammer abzustimmen.

Es zeigt sich, dass im Bereich der Heilberufe wettbewerbsrechtliche und berufsrechtliche Kenntnisse im Zusammenspiel erforderlich sind